Rheinland-Pfalz: Dreyer fordert allgemeingültige Tarifverträge für Pflegepersonal

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat sich angesichts der Zunahme schwerer Corona-Erkrankungen und Engpässen in den Krankenhäusern für eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte ausgesprochen. «Für eine langfristige Pflege-Strategie ist es wichtig, dass wir zu einer besseren Bezahlung kommen», sagte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Dazu brauchen wir allgemeingültige Tarifverträge.» Für die Menschen in den Pflegeberufen sei die Zunahme der schweren Verläufe eine «enorme Belastung».

Das Gesundheitssystem in Rheinland-Pfalz sei so gut wie möglich vorbereitet. «Wir haben die Zahl der Intensivbetten verdoppelt und über 2000 Pflegekräfte qualifiziert.» Mit der generalistischen Ausbildung werde zudem ein gemeinsamer Ausbildungsgang für Kranken-, Kinder- und Altenpflege geschaffen und damit Pflegeberufe attraktiver gemacht. «Ein weiterer Baustein ist die Übernahme und Delegation von ärztlichen Aufgaben, die den Beruf auch finanziell attraktiver machen.»

Zwar gebe es erste Anzeichen, dass sich die Dynamik der Infektionen abschwäche. Aber: «Die Lage bleibt ernst.» Frühestens am Montag lasse sich ablesen, ob und wie der zum 2. November eingeführte Teil-Lockdown wirke. «Der Schlüssel für den Erfolg in der Pandemiebekämpfung bleibt das Verhalten von jedem und jeder einzelnen», mahnte die Ministerpräsidentin.

Die Diskussion um Schulschließungen halte sie «aktuell für falsch», sagte Dreyer. Sie seien in Rheinland-Pfalz keine Hotspots der Infektionen. Und: «Wir haben in einem großen Kraftakt viele Bereiche des öffentlichen Lebens geschlossen, damit Kitas und Schulen offen bleiben können, weil wir schmerzlich erfahren haben, wie sehr viele Kinder und ihre Familien in der Zeit der Schulschließung gelitten haben.» (dpa/lrs/asc)