Rheinland-Pfalz: Imker wenden sich gegen Zulassung von bienengiftigem Wirkstoff

Die Imker in Rheinland-Pfalz sind empört über die Zulassung eines bienengiftigen Wirkstoffs zur Beize von Zuckerrüben-Saatgut. Der Imkerverband Rheinland-Pfalz kündigte für diese Woche eine Beschwerde bei der EU-Kommission an, da sie in der
Notfallzulassung des Wirkstoffs Thiamethoxam durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) „unerlaubte staatliche Beihilfen für die Zuckerwirtschaft“ sieht.  Thiamethoxam gehört zu den sogenannten Neonicotinoiden, deren Anwendung als Pestizid in der Landwirtschaft weitreichenden Einschränkungen unterliegt – die Europäische Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Gefahren für Bienen und Hummeln bestätigt.  Derzeit gebe es noch keine anderen Wirkstoffe, um Zuckerrüben im Keimungsstadium vor Schadorganismen zu schützen, sagt der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt. Die Zulassung des behandelten Saatguts ist bis Ende April befristet, für bestimmte Gebiete, in denen mit einem starken Blattlaus-Befall gerechnet wird. In Rheinland-Pfalz sind dies 12 700 Hektar.  (dpa/cj)