Rheinland-Pfalz: Polizei bilanziert ruhige Silvesternacht

Schmuddelwetter, Feuerwerksverbote und viel Polizei: Die Silvesternacht mit Corona-Beschränkungen ist in Rheinland-Pfalz ruhig verlaufen. «Kein Vergleich mit vorangegangenen Jahren», sagte ein Polizeisprecher in Mainz nach Mitternacht. Es sei auch nur wenig geböllert worden.

«Bis jetzt hatten wir keine größeren Einsätze», sagte ein Polizeisprecher in Mainz bereits am Abend. «Alles ruhig» hieß es auch aus den anderen Präsidien. Die Polizei hatte angekündigt, zusammen mit den Ordnungsämtern der Kommunen kontrollieren zu wollen, ob sich die Menschen im Land an die Corona-Regeln halten. Verstöße wollte sie konsequent ahnden.

Doch Zwischenfälle blieben aus: Dazu trug wohl auch das nasskalte Wetter mit Nieselregen bei. «Das Wetter kommt unserem Konzept entgegen», scherzte ein Polizeisprecher. «Da kommt gar nicht erst Lust auf, sich draußen aufzuhalten.»

Die sonst üblichen Silvesterfeiern mussten wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Auf zahlreichen Straßen und Plätzen durften keine Böller oder Raketen gezündet werden. Ohnehin war der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester nicht erlaubt. Menschenansammlungen sollen insgesamt vermieden werden, damit sich das Coronavirus nicht noch stärker ausbreitet.

In einigen Kommunen galten außerdem nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Dort dürfen die Menschen zwischen 21.00 und 5.00 Uhr nur dann ihre Wohnungen verlassen, wenn sie einen «triftigen Grund» dafür haben.

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz zieht nach dem Jahreswechsel ebenfalls eine positive Silvesterbilanz. Im Einsatz waren deutlich mehr Polizeikräfte als sonst in Silvesternächten, insbesondere in den Städten Ludwigshafen, Frankenthal und Speyer sowie dem Rhein-Pfalz-Kreis, wo nächtliche Ausgangsbeschränkungen gelten.

In der Nacht kam es den Angaben nach zu keinen besonderen Vorkommnissen. Der Großteil der Bevölkerung hielt sich an die geltenden Corona-Beschränkungen.

Es wurden 507 Personen kontrolliert. Es kam zu 25 Platzverweisen. Bei den Kontrollen wurden folgende Verstöße festgestellt: 35 Verstöße gegen die Maskenpflicht, 11 Mal wurden verbotenerweise Feuerwerkskörper auf öffentlichen Plätzen oder öffentlichen Straßen abgebrannt, 7 Mal gegen das Konsumverbot von Alkohol in der Öffentlichkeit, 158 Mal gegen die nächtliche Ausgangsbeschränkung, davon 71 in Ludwigshafen, 24 in Speyer, 43 in Frankenthal, 20 im Rhein-Pfalz-Kreis. 20 Mal gegen die Beschränkung zur Personenzahl.

Darüber hinaus kam es im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums nach ersten Auswertungen zufolge zu insgesamt 7 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die im Zusammenhang mit den Silvesterfeierlichkeiten stehen. 2 Strafanzeigen wurden wegen Körperverletzungsdelikten entgegengenommen. In 2 Fällen ermittelt die Polizei gegen jugendliche Tatverdächtige.

Die Polizeiinspektion Bad Dürkheim zieht nach dem Jahreswechsel eine positive Silvesterbilanz. In der Nacht kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen. Der Großteil der Bevölkerung hielt sich an die geltenden Corona-Beschränkungen. Insbesondere öffentliche Plätze, an denen in den Vorjahren traditionell viele Feiernde zusammengekommen waren, wurden verstärkt kontrolliert. Überwiegend kam es zu Einsätzen hinsichtlich Ruhestörungen und dem Abbrennen von Feuerwerk. Dieses wurden zumeist auf privatem Grund gezündet. Lediglich in einem Fall wurde festgestellt, dass das Feuerwerk auf der Straße abgebrannt wurde. Den Verantwortlichen erwartet nun ein Bußgeld.

Die Polizeiinspektion Germersheim zieht nach dem Jahreswechsel ebenso eine positive Silvesterbilanz. In der Nacht kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen. Der Großteil der Bevölkerung hielt sich an die geltenden Corona-Beschränkungen.

Es wurden den Angaben nach 21 Personen kontrolliert. Es kam zu insgesamt drei Platzverweisen, vier Durchsuchungen und einer Ingewahrsamnahme. Bei den Kontrollen wurde lediglich ein Verstoß wegen des verbotenen Abbrennens von Feuerwerkskörpern auf öffentlichen Plätzen oder öffentlichen Straßen festgestellt.

Darüber hinaus kam es im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Germersheim nach ersten Auswertungen zufolge zu insgesamt drei Straftaten, die im Zusammenhang mit den Silvesterfeierlichkeiten stehen. Eine Strafanzeige wurde wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz entgegengenommen. Einmal kam es zu einer Nötigung. Zudem mussten die Beamten einmal wegen einer Beleidigung einschreiten.

Der Jahreswechsel zum neuen Jahr 2021 verlief auch in Neustadt aus polizeilicher Sicht unproblematisch. Es ereigneten sich nur wenige polizeilich relevante Sachverhalte im Zuständigkeitsgebiet, die sich größtenteils auf gemeldete Ruhestörungen oder Streitigkeiten bezogen.

Bei einer zunächst verbalen Auseinandersetzung am Bayernplatz kurz vor 03.00 Uhr fuchtelte einer der Beteiligten mit einer Schreckschusspistole herum. Ein anderer Beteiligter konnte ihm diese abnehmen, wobei der 38jährige leicht verletzt wurde. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet.

Das Fazit: Die Bürger verhielten sich nach Polizeiangaben überwiegend vernünftig und umsichtig.

(dpa/lrs/asc)