Rheinland-Pfalz: Sprunghafter Anstieg von Privatinsolvenzen

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Rheinland-Pfalz ist zu Jahresbeginn einer Studie zufolge sprunghaft gestiegen. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel beläuft sich die Zahl der Privatinsolvenzen im ersten Quartal diesen Jahres auf 1507. Das waren 54,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Grund für den Anstieg ist laut Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein hauptsächlich eine Gesetzesreform, die viele Betroffene abgewartet hätten. Demnach können Verbraucher inzwischen einfacher nach drei statt bisher sechs Jahren von Restschulden befreit werden.

Die Verkürzung gilt rückwirkend auch für Insolvenzverfahren, die ab dem 1. Oktober 2020 beantragt wurden. «Da diese Reform ein großer Vorteil ist, haben viele Antragssteller auf den entsprechenden Beschluss des Bundestages gewartet», erläuterte Schlein.

Eine von der Corona-Pandemie verursachte Insolvenzwelle wird nach Einschätzung von Crifbürgel erst ab dem zweiten Halbjahr 2021 einsetzen und bis ins Folgejahr 2022 reichen. Neben Beschäftigten im Niedriglohnsektor seien Personen im mittleren Einkommensbereich wirtschaftlich betroffen. Auf Dauer führe geringeres Einkommen durch die Pandemie in die Privatinsolvenz.

Crifbürgel hat in allen Bundesländern einen Zuwachs festgestellt – der lag durchschnittlich bei 56,5 Prozent, war also etwas kräftiger als in Rheinland-Pfalz. In Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete die Wirtschaftsauskunftei den höchsten Anstieg (plus 86,7), während Sachsen-Anhalt den geringsten Anstieg um 0,3 Prozent meldete. (dpa/kwi)