Rugby: DRV setzt Wild Rugby Academy vor die Tür – Schwere Vorwürfe

Der Deutsche Rugby-Verband (DRV) weist der Wild Rugby Academy (WRA) und der Gesellschaft zur Förderung des Rugby-Sports mbH (GFR) die Tür: Wie es in einer Mitteilung am Dienstag heißt, beendet das DRV die Zusammenarbeit. Gleichzeitig weist der Verband die gegen ihn erhobenen Vorwürfe „klar und deutlich zurück“. Grundsätzlich stehe der olympische Spitzenverband weiterhin für gemeinsame Projekte und eine professionelle und zielgerichtete Zusammenarbeit im Sinne des Rugbysports jederzeit zur Verfügung. Allerdings sehe der DRV Dr. Hans-Peter Wild „in der Pflicht, hier Vorschläge für eine weitere Zusammenarbeit zu formulieren.“

Die Vorwürde an die Adresse des DRV: Mangelnde Bereitschaft zur Professionalisierung und  fehlende Transparenz bei den Finanzströmen. Die Verbandsführung entgegnet, dem ehemaligen Kooperationspartner „noch über den Ablauf der Partnerschaft hinaus stets sämtliche Einnahmen und Ausgaben offengelegt“ zu haben. „Nach ausführlicher und sorgfältiger Auswertung der Verhandlungen der vergangenen zwölf bis 16 Monate hat sich beim DRV daher der Eindruck erhärtet, dass Herr Dr. Wild als Mäzen leider zu wenig Bezug zum operativen Geschäft seiner Rugby-Academy und der später eingerichteten GFR hat, da ihn seine Mitarbeiter zu keinem Zeitpunkt richtig, ehrlich beziehungsweise aufrichtig informiert haben“, so der DRV-Vorsitzende Klaus Blank zum Scheitern der Verhandlungen über eine Fortsetzung der Kooperation mit WRA und GFR.

Und Blank legt nach: „Der DRV muss sich den Vorwurf gefallen lassen, diese (…) Führungsmängel auf Seiten der WRA nicht rechtzeitig und entschieden genug angezeigt zu haben. Diese Zurückhaltung war maßgeblich von dem Bestreben geprägt, die dort handelnden Akteure zu schützen und im Stillen doch noch eine Grundlage für eine Fortführung der Kooperation zu finden.“ Bedauerlicherweise habe sich in der mehr als dreijährigen Zusammenarbeit herausgestellt, dass die sehr früh offenkundig gewordenen gravierenden Kommunikationsmängel, die offensichtlichen Organisationsdefizite, die nachweislich irreführende Kommunikationspolitik sowie die gleichgültige Missachtung der
Inhalte der Kooperationsvereinbarung sich immer weiter verschärft hätten, die in öffentlichen Rücktrittsforderungen bezüglich seiner Person, des Vize-Präsidenten Jürgen Zeiger und des Sportdirektors Manuel Wilhelm sowie dem Vorwurf der Zweckentfremdung von finanziellen Mitteln gipfelten, erläutert der DRV-Vorsitzende.

Mit sofortiger Wirkung hat die sportliche Führung des DRV daher die alleinige Führung aller Nationalmannschaften übernommen. Die Deutsche Rugby-Marketing (DRM) übernimmt zudem die Vermarktung sämtlicher Nationalmannschaften und zeichnet für die Durchführung der Länderspiele der DRV XV verantwortlich.(jb/wg)