Seitenbacher: Mutmaßlicher Erpresser vor Gericht

Ein Mann soll den Inhaber des Müsliherstellers Seitenbacher bedroht und erpresst haben. Dafür muss sich der Angeklagte vor dem Landgericht Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dem Unternehmenschef am 13. Oktober vergangenen Jahres aus Berlin einen Drohbrief geschrieben zu haben – mit der Forderung nach einer Million Euro. Falls der Firmeninhaber nicht zahle, werde er dessen Töchter von Scharfschützen erschießen lassen und Seitenbacher-Produkte in Supermärkten vergiften. Ein Urteil noch am selben Tag gilt als wahrscheinlich. Seitenbacher-Müsli aus Buchen im Odenwald ist in ganz Deutschland bekannt – nicht zuletzt wegen der einprägsamen Werbespots in schwäbischem Dialekt von Firmenchef Willi Pfannenschwarz. Der Erpresser wies den Unternehmer an, ihm mit zwei Inseraten in der „Berliner Zeitung“ zu signalisieren, dass er bereit sei, das Geld zu zahlen. Pfannenschwarz ging zum Schein auf die Forderung des Angeklagten ein und schaltete Anzeigen in dem Blatt. Kurz darauf wurde er zur Geldübergabe am Berliner Alexanderplatz gerufen. Tue er das nicht, würde eine seiner Töchter sterben, soll der Erpresser gedroht haben.  Doch es kam nicht zur Geldübergabe. Der mutmaßliche Täter konnte festgenommen werden. dpa/feh