Seniorin getötet: Anklage fordert lebenslängliche Haftstrafen

Im Prozess um den Raubmord an einer 86 Jahre alten Frau vor dem Landgericht Landau hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslängliche Freiheitsstrafe für beide Angeklagte gefordert. Ein dritter Verdächtiger wird noch gesucht. Die Männer sollen die Frau im Mai 2016 in ihrem Haus brutal misshandelt, beraubt und die Sterbende dann sich selbst überlassen haben. Oberstaatsanwältin Anne Herrmann sagte in ihrem Plädoyer am Donnerstag, die Männer hätten sich des gemeinschaftlichen Mordes und des gemeinschaftlichen Raubes mit Todesfolge schuldig gemacht sowie. Sie seien „in gefühlloser und unbarmherziger Weise“ vorgegangen. Einer der Männer – ein 25-Jähriger – hatte gestanden, dass er bei dem Raubzug im Landauer Stadtteil Mörlheim beteiligt war. Er habe der Frau gegen den Kopf getreten, nachdem er ihr einen Ring abgezogen und sie sich gewehrt habe. Es sei nicht geplant gewesen, sie zu schlagen oder zu töten. Der andere Angeklagte – ein 30-Jähriger – beteuerte
unter Tränen, er habe nichts mit der Tat zu tun.
Anders als die Anklage sehen die Verteidiger keine besondere Schwere der Tat, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließen
würde. Die Situation sei eskaliert, nachdem die Männer – sie gehören mutmaßlich zu einer Diebesbande – eine geringere Beute vorfanden als
erwartetet. Die Anwälte äußerten sich nicht zu einem Strafmaß und legten die Entscheidung in die Hände der Richter. Das Urteil soll am
nächsten Donnerstag (23. Februar, 10.00 Uhr) gesprochen werden. dpa/feh