SG Leutershausen: Knappe Niederlage

Seit Beginn des Monats steht es fest: die „Roten Teufel“ gehen den Weg zurück in Liga drei. Dennoch gilt eine Aussage, die Trainer Marc Nagel schon beim Sponsorentreffen vor einigen Wochen geäußert hat: „wir wollen am Ende auf einem Platz stehen, der sportlich mit dem Abstieg nichts zu tun hat.“ Gegen Eintracht Hildesheim zeigte das Team kämpferisch eine starke Partie, letztendlich mussten sich die Bergsträßer den Niedersachsen allerdings mit 32:33 (16:17) geschlagen geben. Nach zuvor 1:9 Punkten in der Rückrunde freute sich Gästetrainer Gerald Oberbeck über den ersten Auswärtssieg in dieser Saison: „Wir haben nach Weihnachten ganz schlecht wieder angefangen, daher war es ein ganz wichtiger Sieg für uns.“

Die Eintracht zeigte von Spielbeginn an, das sie heute zwei Punkte mit nach Niedersachsen nehmen wollten. Robin John und Michael Quist stellten schnell auf 0:2, Torhüter Dennis Klockmann wehrten den ersten Siebenmeter der Partie von Pascal Durak ab. Das konnten und wollten die Rothemden offensichtlich nicht einfach auf sich sitzen lassen. Nach fünf Spielminuten erzielten Benjamin Prestel und Pascal Durak zwei Treffer zum 3:3-Ausgleich, kurze Zeit später sorgte Durak für die erste SGL-Führung. Nach sieben Minuten gelang den Rot-Weißen sogar eine zwei Tore Führung, die Michael Quist und Georgi Nikolov allerdings schnell egalisieren konnten. Die rasante Partie lebte von ihrer Spannung und Geschwindigkeit – bereits nach 15 Minuten stand es 10:10. Die „Roten Teufel“ hatten auf jede Hildesheimer Führung bis zur 24.Minute eine direkte Antwort parat. Beim Stand von 14:14 begann Marvin Nartey das Heft aus Sicht der Niedersachsen vermehrt in die Hand zu nehmen. Ein Doppelschlag des Rückraumspielers und Marc Nagel musste seine erste Auszeit nehmen. Der darauffolgende Angriff endete in einer zweiminütigen Strafzeit für den Hildesheimer Nikolaos Tzoufras und einem Siebenmeter für die SGL. Nachdem zuvor neben Pascal Durak auch Benjamin Prestel und Niklas Ruß ihre Versuche von der Linie vergaben, durfte diesmal Kapitän Jochen Geppert an der Linie antreten – ebenfalls erfolglos. Im Gegenzug rettete Sebastian Ullrich sein Team vor einem drei Tore Rückstand mit einer Parade gegen Nartey. Mit Ablauf der Uhr hatte Leutershausen dann beim Stand von 15:17 ein letztes Mal in dieser Hälfte die Chance, einen Siebenmeter zu verwandeln. Der Schütze dieses Mal: Marcel Engels. Sein Treffer verkürzte den Rückstand der Bergsträßer auf ein Tor. Über den Halbzeitstand von 16:17 war Trainer Marc Nagel nicht begeistert. „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Chancen liegen gelassen, gerade bei Siebenmetern und Gegenstößen“, monierte der Coach.
Der zweite Spielabschnitt begann aus Sicht der SGL erfreulicher. Zwar vergab Marcel Engels gleich zu Beginn erneut einen Siebenmeter, konnte allerdings im Nachsetzen doch noch den Ausgleichstreffer erzielen – 17:17. Das Team von der Bergstraße gab weiterhin Vollgas und wurde durch Marcel Engels mit dem 20:19-Führungstreffer, erneut per Siebenmeter, belohnt. „Wir sind top in die zweite Halbzeit gekommen“, gab diese Phase des Spiels Nagel einen Anlass zur Freude. Leutershausen versuchte sich nun etwas abzusetzen, konnte allerdings zu keiner Zeit mehr als zwei Treffer in Führung gehen. „Wir hatten mehrfach die Möglichkeit gehabt, höher in Führung zu gehen, haben sie allerdings nicht genutzt“, haderte Marc Nagel nach der Partie mit der Chancenverwertung. Die Führung hielt dennoch bis zur 51.Minute an. Der bärenstarke Marvin Nartey führte sein Hildesheimer Team wieder an die SGL heran und erzielte den 28:28-Ausgleich. Sein zehntes Tor in diesem Spiel feierte er mit einem Jubelschrei – es sollte zum Leid der Bergsträßer nicht sein letzter am heutigen Abend bleiben. Die erneute Führung durch Prestel glich Nartey ebenfalls postwendend aus – der elfte Streich des Hildesheimers. Geppert und Prestel starteten erneut den Versuch, ihr Team auf die Siegerstraße zu bringen. 31:29 – die Spannung erreichte langsam den Höhepunkt. Der Kapitän Geppert hatte knappe fünf Minuten vor Ende des Spiels die Möglichkeit zum 32:29, scheiterte allerdings am Pfosten. „Der Pfostenschuss beim Stand von 31:29 war so eine Art Knackpunkt“, haderte SGL-Coach Nagel mit der vergebenen Chance. Hildesheim bewies auf der Gegenseite bessere Nerven. Die Rothemden konnten den Gast aus Niedersachsen zwar ins Zeitspiel drängen, gegen den Hammer von Nartey allerdings nichts mehr ausrichten – 31:30. Nach einer weiteren Parade von Keeper Dennis Klockmann nahmen die Gäste nochmal eine Auszeit. Oberbecks Worte zeigten Wirkung, Nartey erzielte erneut den Ausgleich. 79 Sekunden vor dem Schlusspfiff legten die Hildesheimer ein weiteres Tor nach – die 32:31-Führung für die Gäste. Für Stadionsprecher Udo Scholz musste sich vorkommen, wie ein Abspielgerät: die letzten fünf Hildesheimer Tore gingen allesamt auf das Konto von Marvin Nartey. In der Schlussminute erzielte der ebenfalls starke Manuel Frietsch sein neuntes Tor: der Ausgleich. Einen letzten Angriff musste das Team noch überstehen, dann hätten die Bergsträßer zumindest einen Punkt mehr auf dem Konto. Einen ersten Teilerfolg konnte die junge Mannschaft von Marc Nagel verbuchen: sie zwang Hildesheim erneut ins Zeitspiel. Drei Sekunde vor Ende der Partie allerdings der große Schock: der Ball landete im Tor der Rothemden. Der Siegtorschütze: Marvin Nartey, mit seinem fünfzehnten Treffer am heutigen Abend. Einmal mehr sahen die Zuschauer eine spannende und hochdramatischer Partie in der Heinrich-Beck-Halle, in der das SGL-Team am Ende mit leeren Hände da stand. „Im Handball ist es so: fünf bis zehn Sekunden vor Schluss darf der Wurf nicht mehr kommen“, war Nagel die Enttäuschung anzusehen. Durch die 32:33 (16:17)-Niederlage fällt die SG Leutershausen auf den 18.Tabellenplatz zurück. (msc)