SGL: Heimsieg gegen Aue

Aufsteiger SG Leutershausen feiert in der 2. Handball-Bundesliga die erste Heimsensation der Saison: Ohne die verletzten Leistungsträger Philipp Bauer und Jonas Kupijai gewannen die „Roten Teufel“ am zweiten Spieltag gegen den hoch favorisierten EHV Aue am Freitagabend mit 26:21 (11:10). Selbst der Sportliche Leiter Uli Roth war nach 60 Minuten baff: „An so ein Ergebnis hätte ich nie geglaubt. Die Jungs haben heute über die komplette Distanz unfassbar diszipliniert gespielt – das war eine überragende Leistung des gesamten Teams.“ Bester Spieler der Partie und auch bester Werfer auf Seiten der Gastgeber war Valentin Spohn mit acht Treffern.

Bereits das erste Ziel des Abends erreichte die SG Leutershausen mit Bravour: „Aue kann ein Spiel in der ersten Halbzeit entscheiden“, hatte Coach Marc Nagel vor der Partie orakelt, „das wollen wir verhindern.“ Das tat sein Team – und mehr als das. Nach einem kurzzeitigen Rückstand gegen den klaren Favoriten und Zweitliga-Routinier aus Sachsen zu Beginn des Spiels gingen die „Roten Teufel“ in Führung – und sie verteidigten den Vorsprung von ein, zwei Toren nach Kräften. Zur Entlastung hatten sie Thomas Zahn in ihren Reihen. Er hatte seine Karriere beim TVG Großsachsen in der 3. Liga eigentlich beendet, zog nun aber aufgrund der Verletzungen im Team der „Roten Teufel“ doch noch einmal das Handball-Trikot über. Und auch er erlebte eine Mannschaft mit Siegeswillen. „Wir haben mehr Selbstbewusstsein als in der Vergangenheit. In den ersten zehn Minuten waren wir sehr stark, dann zwischendurch ein bisschen leichtsinnig“, so Marc Nagel. Doch von einem zwischenzeitlichen Unentschieden (8:8 in der 21. Minute) ließ sich seine Mannschaft nicht kirre machen, sondern hielt gegen die anstürmenden Gäste stand. Dabei half ihr nicht nur ein glänzend aufgelegter Alexander Hübe im Tor, sondern auch die Leistung am eigenen Kreis. Der Lohn: die 11:10-Führung zur Pause. „Ganz stark, wie der der junge Valentin Spohn die Abwehr zusammenhält“, kommentierte Uli Roth das Geschehen. Nachdem er vor der Partie von „maximal einer Außenseiterchance“ gesprochen hatte, prophezeite er nach der ersten Hälfte einen knappen Ausgang des Spiels.

Nach dem Wiederanwurf erarbeitete sich der EHV leichte Vorteile und holte sich die 14:16-Führung (37.). „Da haben wir uns schwer getan“, ließ Nagel das Spiel Revue passieren, „ab die Mannschaft hat nie an sich gezweifelt.“ Die SGL konterte die Angriffe der Gäste durch Treffer ihrer Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn und Stefan Salger sowie von Christopher Räpple von der Siebenmeter-Linie – 17:17 (44.). Leutershausen gab mächtig Druck auf die Turbine, schnürte seinen Gegner förmlich ein. Und die „Roten Teufel“ trafen. Der Favorit aus Sachsen wankte deutlich – aber erst nach dem Treffer zum 24:20 durch Niklas Russ zwei Minuten vor Spielende begannen die 500 Fans in der Heinrich-Beck-Halle, an die Sensation zu glauben. Zurecht! Denn Sascha Pfattheicher und Hannes Volk erhöhten kurz darauf auf 26:20 – die Entscheidung. Zwei Sekunden vor der Sirene verkürzte Marc Pechstein noch zum Endstand von 26:21.

Bereits am Sonntag um 17 Uhr tritt die SGL zu ihrem ersten Auswärtsspiel in Saarlouis an – einem Zweitliga-Klassiker im Südwesten. „Wir würden uns wünschen, dass uns viele Fans bei dieser Aufgabe unterstützen“, so Marc Nagel. (rkü/wg)