SGL: Niederlage in Saarlouis

Nur etwas mehr als fünf Minuten fehlten der SG Leutershausen, um den zweiten Coup innerhalb von drei Tagen perfekt zu machen: Bis zur 54. Minute hielten die „Roten Teufel“ das Südwest-Derby der 2. Handball-Bundesliga bei der HG Saarlouis am Sonntag ausgeglichen. Erst danach erspielten sich die Saarländer einen spielentscheidenden Vorteil. Am Ende mussten sich die Bergsträßer 23:20 geschlagen geben. Zur Halbzeit hatten sie noch 10:11 geführt. „Einsatz, Kampf, Wille waren perfekt“, sagte Uli Roth, sportlicher Leiter der SGL, nach der Partie. „Ein Unentschieden wäre sicherlich verdient gewesen. In der Schlussphase haben wir uns aber einige einfache Fehler geleistet, den Gegner stark gemacht – und in einer so einer starken Halle wie in Saarlouis reicht es dann am Ende eben nicht.“

Mit einem Blitzstart ging die Truppe von Mark Nagel in die Partie. Auf 1:4 zog sie nach acht Minuten davon, erhöhte dann gar noch auf 2:7 (11.). „Wir haben Saarlouis klar dominiert“, so Uli Roth. „Knackpunkt eins kam dann aber nach gut 20 Minuten – die Verletzung von Hannes Volk.“ Leutershausens Kreisläufer verletzte sich am Knie, musste raus. Ob er längerfristig ausfällt, soll eine Untersuchung Anfang dieser Woche ergeben. Die Mannschaft brauchte eine Weile, um den Verlust des Routiniers zu verkraften. Die Zeit nutzten die HGS zur Aufholjagd. Die Hausherren saugten sich bis auf ein Tor heran. Den knappen Vorsprung rettete die SGL in die Halbzeitpause.

Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanwurf glich Saarlouis aus, ging sogar in Führung – doch die SGL hielt dagegen und holte sich eine Zwei-Tore-Führung zurück. In der 41. Minute aber die Szene, die Uli Roth als „Knackpunkt zwei“ beschreibt: „Das war die doppelte Überzahl. Da haben wir versäumt Saarlouis entscheidend unter Druck zu setzen und zu treffen.“ Die Hausherren überstanden die kritische Phase nicht nur schadlos, Leutershausen musste selbst sogar auch noch eine Zeitstrafe verkraften. In der Bilanz dieser entscheidenden Minuten holte Saarlouis das 17:17-Unentschieden (46.). Die Halle erwachte nun vollends, die etwa 50 mitgereisten Leutershausener Fans kamen gegen die 1.700 Anhänger der HGS nicht an. „In einer solchen Situation kommen alle unter Druck – unsere jungen Spieler, aber auch die Schiedsrichter“, so Roth. Ein übriges tat der Torwart der Gastgeber, Darius Jonczyk. Er avancierte in diesen letzten Minuten zum Matchwinner seines Teams. Ob er eine Superphase hatte oder den Leutershausener Youngstern in diesem ersten Auswärtsspiel in der zweiten Liga einfach die Durchschlagskraft fehlte, wurde nicht vollends klar – jedenfalls fischte der Keeper einen Ball um den anderen weg. Getragen von der Welle der Euphorie gelang den Hausherren nun fast alles – und damit auch der 23:20-Endstand.

„Wir haben heute zwei Mannschaften gesehen, die mit vollem Willen um Platz 16 in der Liga kämpfen“, bilanzierte Roth, der vor allem der stabilen Abwehr eine ligareife Leistung attestierte: „Im Angriff dürfen wir gerne noch ein bisschen zulegen.“ Eine Bank für Leutershausen an diesem Abend einmal mehr Christopher Räpple, der sieben von sieben Siebenmeter-Versuchen sicher verwandelte. Roths Sorge galt nach dem Spiel vor allem der Verletzung von Hannes Volk: „Sollte er dauerhaft ausfallen, wird die Personaldecke so früh in der Saison schon sehr dünn.“ (rkü)

Das nächste Spiel bestreiten die „Roten Teufel“ am Freitag, 16. September: Um 20 Uhr empfangen die Bergsträßer den Wilhemshavener HV.