Siebeldingen/Südpfalz: Neue Rebsorte Calardis Blanc in Sortenliste eingetragen

Die in der Pfalz gezüchtete neue Rebsorte Calardis Blanc hat mit dem Eintrag in die offizielle Sortenliste eine entscheidende Hürde genommen. Dazu seien die weinbaulichen Eigenschaften und Qualitätsmerkmale detailliert geprüft worden, teilte das Julius-Kühn-Institut (JKI) für Kulturpflanzen am Dienstag mit. Die erste Hürde nahm die Neuzüchtung im Januar 2018, als ihr vom Bundessortenamt der Sortenschutz erteilt wurde. Die Arbeit an der neuen Rebsorte begann 1993 am Institut für
Rebenzüchtung des JKI, auf dem Geilweilerhof im südpfälzischen Siebeldingen. Sie ist eine Kreuzung zwischen der ebenfalls vom Geilweilerhof kommenden Rebsorte Calardis Musqué mit der aus dem Rhone-Tal stammenden Rebe Seyve Villard 39-639. Der Name Calardis ist abgeleitet von Calardiswilre oder Gailhardiswilre, der historischen Bezeichnung für den Geilweilerhof. Die weiße Rebsorte habe im Versuchsanbau in Weinbaubetrieben gute Ergebnisse gezeigt, erklärte das JKI. Aus den Trauben seien „fruchtige, lebendige Weißweine und spritzige Seccos oder Sekte“ erzeugt worden. Calardis Blanc ist eine vom mehreren neuen Reben, die zu den pilzwiderstandsfähigen Sorten gezählt werden, kurz Piwis genannt. „Im Zuge des Klimawandels und seiner Wetterextreme treten Pilzkrankheiten und Stresssituationen zunehmend stärker auf, deshalb ist die Züchtung neuer widerstandsfähiger Sorten so wichtig für den Weinbau“, erklärte der Leiter des Instituts für Rebenzüchtung am JKI, Reinhard Töpfer. (mho/dpa)