Sinsheim: Fahrer bewusstlos, S-Bahn führerlos: Polizei untersucht Zugtechnik

Nach einer minutenlangen führerlosen Fahrt einer S-Bahn durch das Elsenztal nahe Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) nehmen Spezialisten die Technik des Zuges unter die Lupe. Nach dem Vorfall seien viele Fragen offen, sagte ein Sprecher der für den Bahnverkehr zuständigen Bundespolizei am Montag. S-Bahn-Fahrer müssten alle 30 Sekunden eine Taste drücken, sonst stoppe der Zug automatisch.
Unglücke sollten so vermieden werden. Wieso der Zug im konkreten Fall dennoch minutenlang weiter fuhr, sei noch unklar. Der Fahrer habe bislang nicht vernommen werden können, Ergebnisse der technischen Untersuchungen lägen noch nicht vor. Bei dem Vorfall vor neun Tagen war der Fahrer plötzlich bewusstlos geworden. Die Bahn fuhr weiter und passierte mehrere Haltepunkte, bevor sie zum Stehen kam. Gegen den Fahrer sei wegen Gefährdung des Bahnverkehrs ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte der Polizeisprecher. Der Zug wurde aus dem Verkehr genommen. Ob das
System der sogenannten Totmann-Taste funktionierte, sei noch unklar. Die Bahn hatte nach der führerlosen Fahrt des Zuges mitgeteilt, die Technik des Zuges sei in Ordnung gewesen. Dies habe unter anderem die Auswertung des Fahrtenschreibers ergeben. Die Polizei bestätigte dies nicht und verwies auf die noch laufenden Ermittlungen. (dpa/lsw)