Speyer: Lebenshilfe stellt nach Misshandlungsvorwürfen Mitarbeiter frei

Nach Misshandlungsvorwürfen hat die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt vier ihrer Mitarbeiter freigestellt. Unter ihnen sei auch die stellvertretende Leiterin der Gruppe geistig behinderter Menschen, sagte am Mittwoch Gerhard Wissmann, Vorsitzender der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt. Bei einem fünften Mitarbeiter würden arbeitsrechtliche Maßnahmen geprüft. Zuvor hatten andere Medien über die Freistellungen berichtet. In einem RTL-Bericht werden Aufnahmen gezeigt, die Missstände im Wohnhaus der Lebenshilfe in Speyer zeigen sollen. Zu sehen ist etwa, wie ein behinderter Mensch als Strafe in sein Zimmer gesperrt wird. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal prüft, ob ein Anfangsverdacht für strafbares Handeln bestehe. Wissmann sagte, die Lebenshilfe stelle alle benötigten Unterlagen zur Verfügung. Das fragliche Team stand laut Wissmann unter Beobachtung, weil es bereits zuvor Vorwürfe gegeben habe. Diese hätten sich nicht erhärten lassen. „Es war ein großer Schock, als wir die Sendung sahen.“ Darin sei zu sehen, wie Mitarbeiter „behinderte Menschen nötigen, in ihrer Würde verletzen, sie zutiefst unmenschlich behandeln“. Seit der Ausstrahlung erhielten er und andere Mitarbeiter der Lebenshilfe Morddrohungen, Beschimpfungen und Unterstellungen, sagte Wissmann. „Da ist die Rede von verbrennen, vergasen, erschießen.“ Die Polizei schütze nun die Einrichtungen. „Diese Hetzjagd trifft auch Mitarbeiter, die sich absolut nichts zuschulden kommen ließen.“ (dpa/lrs)