Speyer: Oberkirchenrätin Dorothee Wüst wird neue Evangelische Kirchenpräsidentin der Pfalz -Erstmals Frau an der Spitze

Die Oberkirchenrätin Dorothee Wüst aus Kaiserslautern tritt die Nachfolge von Christian Schad als Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz an. Die 70 Synodalen der Landessynode in Speyer wählten Wüst am frühen Samstagabend in Speyer. Die 55-jährige setzte sich gegen zwei Konkurrenten durch. Sie tritt das Amt am 1. März 2021 an. Christian Schad zieht sich vorzeitig vom höchsten Kirchenamt in der Pfalz zurück. Ministerpräsidentin Malu Dreyer werde den scheidenden Kirchenpräsidenten bei seiner Verabschiedung würdigen, hieß es heute in Mainz.

Seiner Nachfolgerin gratulierte die Ministerpräsidentin zur Wahl. „Ich freue mich sehr, dass die Hohe Synode zum ersten Mal in der mehr als 200-jährigen Geschichte der Protestantischen Landeskirche eine Frau an die Spitze gewählt hat“, so die Ministerpräsidentin. Für ihr zukünftiges Amt bringe sie reiche Erfahrungen mit. Als Pfarrerin und als Gebietsdezernentin für die Kirchenbezirke Homburg, Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken wisse Dorothee Wüst, was die Bürger und Bürgerinnen bewegt. „Bildung liegt Ihnen besonders am Herzen. Als Verantwortliche für Schul- und Bildungsfragen in der Evangelischen Kirche der Pfalz ist für Sie Kommunikation ein Schlüssel für kirchliches Handeln, ganz im Sinne Ihrer Vision einer Kirche, die den Menschen zugewandt und an den Menschen orientiert ist“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Auch der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann brachte seine Glückwünsche zum Ausdruck. Er sprach sich zugleich dafür aus, die „guten Beziehungen zwischen Bistum und Landeskirche weiter zu vertiefen“, unter anderem durch den persönlichen Austausch und gemeinsame Sitzungen der Gremien, durch ökumenische Gottesdienste zur jährlichen Gebetswoche für die Einheit der Christen und zu anderen Anlässen, durch neue ökumenische Initiativen sowie durch öffentliche Stellungnahmen zu kirchlichen und gesellschaftspolitischen Themen. (mho)