Speyer: Pfarrerschwund – Evangelische Kirche setzt auf Ehrenamtliche

Die Zahl der Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Pfalz wird bis zum Jahr 2030 um fast ein Drittel sinken. In der Zeit von 2020 bis 2030 würden viele der derzeit 565 Geistlichen in den Ruhestand versetzt, sagte Oberkirchenrätin Marianne Wagner am Dienstag in Speyer. Nach Angaben von Kirchenpräsident Christian Schad scheiden pro Jahr im Schnitt 25 Geistliche aus, während zehn Vikare eingestellt würden, so dass das jährliche Minus im Schnitt bei 15 Pfarrern liege. Die Kirche will die Lücke nach Wagners Angaben zum Beispiel schließen, indem sie mehr auf Ehrenamtliche setzt und über neue Modelle für den Einsatz von Pfarren nachdenkt – etwa über Teams in der Fläche, bei denen keiner mehr einer Gemeinde zugeordnet ist.
Einen Rückzug aus der Arbeit soll es nach Wagners Angaben nicht geben. Allerdings wird sich die durchschnittliche Zahl der Gläubigen
verändern, für die ein Geistlicher zuständig ist. Sie steigt demnach bis 2030 von derzeit 1800 auf 1900. „Wir liegen damit innerhalb der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) in einem sehr guten Feld.“ Auch die Zahl der derzeit 565 000 Gläubigen sinke, und zwar um etwa 1,3 Prozent im Jahr. Das Thema beschäftigt die Frühjahrssynode vom 10. bis 13. Mai. Dabei wird auch erörtert, ob die Gläubigen die Presbyterien – die Kirchenvorstände – im Jahr 2020 am Computer wählen können.(mf/lrs)