Speyer: Sperrung der Rheinbrücke dauert ein Jahr länger

Die Sperrung der Rheinbrücke bei Speyer dauert ein Jahr länger als geplant. Das gab die Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder am Abend nach einer Sitzung in Hockenheim bekannt. Ursprünglich sollte die Sanierung der Brücke im März 2021 beendet sein. Jetzt ziehen sich die Arbeiten bis Frühjahr 2022 hin. Die Instandsetzung der Brücke verteuert sich von zunächst kalkulierten 11,1 Millionen Euro auf 16,7 Millionen. Die Behörde hält eine weitere Kostensteigerung für möglich. Sie begründet die Bauverzögerung einerseits mit PCB-haltigem Abbruchmaterial, das aufwändig habe entsorgt werden müssen und zu einer beträchtlichen Verschiebung im Bauablauf führte. Zudem seien erhebliche Abweichungen der Bausubstanz von den 63 Jahre alten Bestandsplänen der Rheinbrücke festgestellt worden. Dies habe zu enormem zusätzlichem Aufwand geführt. So seien etwa unerwartet 1200 Meter neue Schweißnähte erforderlich gewesen. Mehr Fach-Personal sei aber wegen des Fachkräftemangels nicht zu bekommen gewesen. Die Bauexperten des Regierungspräsidiums versichern, alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben, die zu einer Verkürzung der Bauzeit führen. Die Rheinbrücke ist seit Januar 2019 komplett gesperrt und nur von Rettungsfahrzeugen, Radfahrern und Fußgängern nutzbar. Seither klagen Einzelhändler in Speyer über Umsatzrückgänge. Sie rufen am Samstag zu einer Protestkundgebung gegen die langwierigen Bauarbeiten auf. (mho)