Speyer: „Umfassende Ermittlungen“ nach Misshandlungsvorwürfen bei Lebenshilfe

Nach den Misshandlungsvorwürfen gegen Mitarbeiter der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankenthal auf Hochtouren. „Wir ermitteln nicht nur in Richtung der Mitarbeiter“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber am Mittwoch in Frankenthal. Es werde „umfassend in alle Richtungen“ ermittelt.  Geprüft werde auch eine Anzeige gegen die Reporterin, deren Bericht den Fall ins Rollen gebracht hatte, sagte Ströber. Gestellt habe die Anzeige die Leiterin des Wohnhauses der Lebenshilfe. Sie werfe der Journalistin, die verdeckt in dem Wohnhaus gefilmt hatte, Verleumdung und üble Nachrede vor. Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Gerhard Wissmann, betonte, die Lebenshilfe als Einrichtung habe keine Strafanzeige gestellt.  Bei den Ermittlungen gegen die Mitarbeiter geht es Ströber zufolge unter anderem um den Vorwurf der Misshandlung von Schutzbefohlenen, der Körperverletzung und der Freiheitsberaubung. In dem RTL-Bericht waren Aufnahmen gezeigt worden, die Missstände im Wohnhaus der Lebenshilfe in Speyer zeigen sollen. Zu sehen war etwa, wie ein behinderter Mensch als Strafe in sein Zimmer gesperrt wird.  Die Einrichtung hatte in der vergangenen Woche vier Mitarbeiter freigestellt, ein weiterer Mitarbeiter reichte von sich aus die Kündigung ein. Diese Person werde durch das Videomaterial jedoch nicht belastet, sagte Wissmann. Die Lebenshilfe habe den ermittelnden Behörden alle benötigten Unterlagen übergeben. Beschäftigte der Lebenshilfe waren nach der Ausstrahlung des Berichts beleidigt worden und hatten Morddrohungen erhalten. Inzwischen sei wieder Ruhe eingekehrt, sagte Wissmann. „Uns geht es jetzt vor allem um das Wohl der behinderten Menschen und ihrer Angehörigen.“ (dpa/lrs)