Stuttgart: Kommission prüft Umgang mit psychisch auffälligen Häftlingen

Nach dem Hungertod eines Häftlings in Bruchsal soll eine Expertenkommission den Umgang mit psychisch auffälligen Gefangenen in Baden-Württemberg auf den Prüfstand stellen. „Der Umgang mit diesen Menschen stellt die Bediensteten in ihrer täglichen Arbeit und den Justizvollzug insgesamt vor große Herausforderungen“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) zur Arbeitsaufnahme des Gremiums in Stuttgart.

Im August war in der JVA Bruchsal ein Häftling verhungert, der wegen seiner Aggressivität ein Einzelhaft saß, die zuletzt nicht mehr genehmigt war.
Im vergangenen Jahr saßen insgesamt rund 17 100 Häftlinge in baden-württembergischen Gefängnissen. Rund 2600 Gefangene galten als psychisch auffällig. Die mit 16 Experten besetzte Kommission soll klären, wie derzeit mit solchen Gefangenen umgegangen wird und was man für die Zukunft ändern könnte. Im Vordergrund stehe die Frage, wie psychische Auffälligkeiten in Gefängnissen zuverlässig erkannt und richtig behandelt werden könnten. Die Kommission soll monatlich tagen und im dritten Quartal 2015 einen Abschlussbericht vorlegen. (dpa/lsw)