Stuttgart: Tod eines Häftlings in Bruchsal hat parlamentarisches Nachspiel

Der Tod eines Häftlings nach Hungerstreik und langer Einzelhaft im Gefängnis Bruchsal hat ein parlamentarisches Nachspiel. Der Fall solle auf jeden Fall vor den Rechtsausschuss und müsse im Parlament diskutiert werden, sagte der Rechtsexperte der CDU im Landtag, Bernhard Lasotta, am Dienstag. „Das Justizministerium muss Erkenntnisse haben, dass da etwas nicht richtig gelaufen ist“, sagte Lasotta, der zuvor einen entsprechende Antrag mit neun Fragen zur Aufklärung des tragischen Geschehens eingebracht hatte.
Ulrich Goll, Ex-Justizminister und jetzt rechtspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion mahnte, „sich die Gegebenheiten in der Haftanstalt
genau anzuschauen“. Unter normalen Umstände dürfe so etwas nicht passieren. Die Gefahr eines Hungertodes des 33 Jahre alten Häftlings
aus Burkina Faso habe sich abgezeichnet.
Der wegen Totschlags verurteilte Straftäter war in der Justizvollzugsanstalt (JVA) nach zweijähriger Einzelhaft und langem Hungerstreik tot aufgefunden worden. Der Fall kam erst eine Woche später an die Öffentlichkeit. Justizministerium und Staatsanwaltschaft ermitteln; der Leiter der JVA wurde vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden. (dpa/lsw)