Stuttgart/Bruchsal: CDU-Politiker fordert Extra-Gefängnis für schwierige Häftlinge

Nach dem Tod eines Gefangenen in Bruchsal hat der CDU-Justizexperte Karl Zimmermann ein Extra-Gefängnis für psychisch auffällige Häftlinge gefordert. „Wir haben derzeit bis zu hundert Gefangene, die hoch problematisch sind“, sagte er den „Stuttgarter Nachrichten“. Man müsse sich
deshalb überlegen, ob nicht eine besondere Einrichtung nötig sei. Diese müsse speziell gesichert sein und entsprechende Räume haben. Der CDU-Landtagsabgeordnete hält auch eine Reform des Vollzugsrechts für erwägenswert. Auf der aktuellen Basis gibt es nach seiner Meinung
keine Möglichkeit, „hoch aggressive“ Gefangene wie den gestorbenen Bruchsaler Häftling zu therapieren. Man müsse sich auch die Frage stellen: „Welchen Arzt finde ich künftig noch, um in einer Haftanstalt eine Diagnose zu stellen?“, sagte Zimmermann dem Blatt.
In Bruchsal war am 9. August ein Mann tot in seiner Zelle gefunden worden – er war verhungert. Das Stuttgarter Justizministerium gerät
deshalb zunehmend unter Druck: In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme musste die Aufsichtsbehörde einräumen, dass es
weitere Hinweise auf zahlreiche Versäumnisse bei der Betreuung des als besonders aggressiv geltenden Mannes gibt. So hatten JVA-Mitarbeiter nur noch durch die Türklappe mit dem Mann aus Burkina Faso gesprochen.(dpa/lsw)