Stuttgart/Mannheim: Immer mehr Fahrraddiebstähle – vor allem in Mannheim

Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Baden-Württemberg ist gestiegen. Diebe erbeuteten im vergangenen Jahr rund 28 700 Räder – etwa 300 mehr als 2015. Seit dem Jahr 2000 liegen die Zahlen nach Angaben des Landeskriminalsamts auf ähnlich hohem Niveau. Die Chance, das Rad  wiederzubekommen, ist gering. Nur etwa jeder 13. Fall wurde 2016 aufgeklärt.
Besonders oft schlugen Diebe in Mannheim zu. In der 316 000 Einwohner-Stadt kamen 2528 Fahrräder abhanden – über 20 Prozent mehr als im Vorjahr (2058). Die Polizei führt eine eigene Ermittlungsgruppe, die den Dieben nachspürt. Einem Sprecher zufolge wird besonder häufig an Umstiegspunkte wie dem Hauptbahnhof geklaut, aber auch im Fahrradschuppen ist das Zweirad nicht unbedingt sicher.  „Wir stellen immer wieder fest, dass viele Räder nicht abgeschlossen sind“, sagte der Sprecher. Dabei halte ein Schloss bereits viele Diebe ab. „Man muss aber schon ein paar Euro investieren, ein dreifaches Zahlenschloss ist schnell geknackt.“ Laut Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) gilt als Faustregel: Rund zehn Prozent des Radpreises sollten für das Schloss investiert werden.  In Mannheim schlagen laut Polizei vor allem Gelegenheitsdiebe zu, die ihre Beute über Internetportale und Kleinanzeigen verticken. Für
mehrere Einbrüche in Fahrradgeschäfte machen sie organisierte Banden verantwortlich. „Das sind aber Ausnahmen“, so der Sprecher.  Auch in Karlsruhe mit seinen rund 304 000 Einwohnern waren Diebe oft
auf Beutezug – 2383 Diebstähle wurden angezeigt. In Freiburg registrierte die Polizei 1974 Diebstähle, im Ortenaukreis 1999. Deutlich niedriger sind die Zahlen in der Autostadt Stuttgart: Dort wurden 1147 Räder geklaut, 83 weniger als im Vorjahr.(mf/lsw)