SV Sandhausen bei Hertha BSC: „Lassen uns nicht abschlachten“

Auch wenn es fast um den eigenen Kopf und Kragen geht, steht den Akteuren des Zweitligaaufsteigers SV Sandhausen am Sonntag (13.30 Uhr) das Saison-Highlight im Berliner Olympiastadion bevor. Beim Auftritt bei Hertha BSC besitzen die Gastgeber nämlich die Möglichkeit, frühzeitig den Wiederaufstieg in die Bundesliga zu erreichen.

Das Olympiastadion mit einer Kapazität von 77.166 Besuchern wird deshalb auch ausverkauft sein. Darunter befinden sich auch rund 150 Gästefans, die um Mitternacht von Samstag auf Sonntag die Reise in die Bundeshauptstadt auf sich genommen haben. Bereits am Samstag ist die Mannschaft an die Spree aufgebrochen und hat das Abschlusstraining schon in Berlin absolviert.

Wir werden uns aufgrund der imposanten Kulisse aber nicht abschlachten lassen, auch wenn wir zudem auf die mit Abstand beste Zweitligamannschaft treffen“, ist sich Trainer Hans-Jürgen Boysen bewusst, „dass dann jeder Spieler hellwach sein muss, denn über Qualität und Stärken des Gegners sind wir informiert“.

Die Berliner spielen unter dem Trainer Jos Luhukay mit einer sehr guten taktischen Disziplin und stehen nicht umsonst auf dem ersten Tabellenrang der Zweiten Liga. Boysen ist sich sicher, „dass die Herthaner als Meister in die erste Bundesliga aufsteigen werden“.

Große Sorgen macht sich Boysen nach wie vor um das enorme Verletzungspech innerhalb der Truppe, wo mit Löning, Riemann, Ulm und Klotz alleine ein Quartett für die Offensive nicht zur Verfügung steht. „Die Seuche zieht sich mittlerweile von Anfang bis zum Ende der Saison. Noch nie in meinen 23 Jahren, in denen ich als Trainer und Spieler aktiv war, habe ich so etwas erlebt“, sagte Boysen.

Aus eigener Kraft ist Verbleib nicht mehr zu erreiche. Jetzt sind schon Ausrutscher der Konkurrenz erforderlich. „Der Wille und Optimismus muss bis zur letzten Minute jedoch sein. Was letztendlich passiert kann ich nicht vorhersagen. Wir müssen einfach versuchen in jedem Spiel unser bestmögliches zu geben und Punkte einfahren. Der erste Schritt könnte schon am Sonntag, mit einem kleinen Wunder in Berlin beginnen“, so ein schmunzelnder Hans-Jürgen Broysen.

 (20.04. / 8.12 Uhr / sm, wg)