SV Sandhausen: Fußball-Zweitligist plant Umzug – Neuer Standort für Stadion

Der SV Sandhausen plant offenbar den kompletten Umzug des Vereins mitsamt Stadion. Das geht aus einer Pressemitteilung der Gemeindeverwaltung am Dienstag hervor. Hintergrund ist die mittlerweile zwei Jahre währende Suche des Fußball-Zweitligisten nach einem Terrain für zwei Trainingsplätze. Diese sind für das von der DFL vorgeschriebene Nachwuchsleistungszentrum nötig. Am Wochenende kam der sogenannte „Runde Tisch“ in dieser Sache bereits zum dritten Mal zusammen, um über mögliche Standorte für die beiden Plätze zu beratschlagen. Drei Möglichkeiten waren von den Vertretern der Gemeinderatsfraktionen, des Tennisclubs, der Bürgerinitiative  „Pro-Waldschutz“, der beiden Fußballvereine FC und SV Sandhausen sowie der Gemeindeverwaltung bis dahin erörtert worden. Am Samstag jedoch ging der Fußball-Zweitligist in die Offensive. Den Angaben zufolge hat er „zwei weitere Alternativstandorte“ eingebracht. „Diese beiden neuen Standorte beinhalten eine komplette Verlagerung des BWT-Stadions und der bereits bestehenden und durch den SV Sandhausen genutzten Trainingsplätze. Die zusätzlichen Trainingsplätze für das Nachwuchsleistungszentrum könnten dann ebenfalls an dem jeweiligen neuen Standort erstellt werden. Die beiden Alternativstandorte befinden sich analog der anderen drei Vorschläge außerhalb des Waldschutzgebietes“, heißt es in der heutigen Mitteilung.

Der SV Sandhausen bestätigt gegenüber RNF den Inhalt der Pressemitteilung, nennt aber keine Details. „Weitere Kommentare dazu gibt es von uns im Moment nicht“, erklärt Pressesprecher Markus Beer zu dem Entwurf, der einer großen Lösung gleichkommt. Wie es in der heutigen Mitteilung aus dem Rathaus heißt, habe sich der „Runde Tisch“ darauf verständigt, zur nächsten Zusammenkunft den Gesamtgemeinderat einzuladen, um die verschiedenen Alternativen vorzustellen. Das Gremium wurde im Oktober 2019 vom Gemeinderat beauftragt, Alternativen zum Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“ für die neuen Trainingsplätze zu finden. Der Ursprungsplan sah vor, in diesem Gebiet südlich des BWT-Stadions mehr als zwei Hektar Wald zu roden. Dagegen bildete sich im Sommer 2019 die Bürgerinitiative „Pro-Waldschutz“, die in Sandhausen 1700 Unterschriften sammelte gegen das Projekt. Das BWT-Stadion – den Namen trägt es seit 2017 – wurde 1951 als Hardtwaldstadion erbaut. Nach dem Aufstieg in die zweite Fußball-Bundesliga 2012 erfolgte schrittweise der Ausbau der Arena, inzwischen liegt das Fassungsvermögen bei über 15 000 Zuschauern. (wg)