SV Sandhausen: Mit dem Rücken zur Wand

„Wenn wir unsere geringe, theoretische Chance wahren wollen, müssen wir gegen den VfL Bochum gewinnen“. Hans-Jürgen Boysen, der Trainer des SV Sandhausen wollte bei der Pressekonferenz vor dem Heimauftritt am Freitag um 18 Uhr nicht um den „heißen Brei“ reden, sondern legte die Fakten auf den Tisch: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, sodass uns nur Erfolgserlebnisse weiterhelfen“. Der Trainer hofft deshalb auch, dass seine Mannen an die gute, disziplinierte Vorstellung von Berlin bei der Hertha anknüpfen können. „Die Mannschaft hat im Olympiastadion bewiesen, dass sie noch lebt, deshalb wollen wir mit einer offensiveren Grundausrichtung zum Erfolg kommen“ . Dass dies ein hartes Stück Arbeit geben wird, „ist allen beim SV klar, denn Bochum wird nach dem Trainerwechsel und den beiden letzten Siegen mit breiter Brust an den Hardtwald reisen“, wie Hans-Jürgen Boysen erklärt. Er hat den Gegner zweimal begutachtet und festgestellt, „dass er verwundbar ist und wir Mittel und Wege finden werden, um ihn in die Knie zu zwingen“.

Auch wenn es fünf Dauerverletzte gibt, die bis zum Saisonende nicht mehr eingreifen werden, sind die Gastgeber personell gut aufgestellt, nach dem Nico Klotz und David Ulm wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen sind. Operiert wurde diese Woche David Ischdonat. Ihm wurden 20 freie Gelenkkörper im Knie entfernt, „doch er hat den Ergeiz, wie er mir am Telefon versicherte, als Torwart wieder an den Hardtwald zurückzukehren“, wie Hans-Jürgen Boysen berichtete. Am Spieltag gegen Bochum kommt Kapitän und Torjäger Frank Löning wegen seinem Knorpelschaden im Knie unters Messer. Nicht dabei auch Simon Tüting, Kristjan Glibo und Alexander Riemann, die die Saison ebenso abhaken können. Von einem „Seuchenjahr“ wie er es in seiner langen Trainerlaufbahn noch nirgends erlebte, spricht der Trainer „und dies, obwohl wir über eine gute medizinische Abteilung verfügen“.

Ohne den Gästen, bei denen Peter Neururer am Freitag seinen 58. Geburtstag feiern kann, ins offene Messer zu laufen, wird der Neuling von Beginn an versuchen, die Akzente zu setzen. Begleitet wird der frühere Bundesligist, der seit drei Jahren  ununterbrochen der zweiten Liga angehört, von etwa 500 bis 600 Zuschauern. Geleitet wird die Begegnung von Christian Christ aus dem pfälzischen Münchweiler, der seit 2007 der zweiten Bundesliga als Unparteiischer angehört.