SV Sandhausen: Nullnummer gegen Würzburg

Es war ein hartes, von vielen Zweikämpfen geprägtes Zweitligaduell. Sechs Gelbe und eine Rote Karte, dazu der Verweis von Würzburgs Trainer Bernd Hollerbach auf die Tribüne, weil er gegen eine Wasserflasche getreten hat. Doch am Ende stand ein 0:0 – torlos trennten sich der SV Sandhausen und die Würzburger Kickers.

Kenan Kocak hatte seine Elf im Vergleich zum Auswärtssieg in Nürnberg auf drei Positionen verändert: Für den gelb-rot gesperrten Kapitän Stefan Kulovits begann Daniel Lukasik auf der Doppelsechs, auf den  offensiven Außenpositionen begannen Thomas Pledl (zurück nach Gelbsperre) und Julian Derstroff für Korbinian Vollmann und Moritz Kuhn. Dieser musste allerdings nicht lange auf seinen Einsatz warten, bereits in der 22. Spielminute ersetzte er den verletzten Derstroff. Bis dahin hatte sich der SV bereits drei sehenswerte Chancen erarbeitet. Über die zu Beginn agile rechte Seiten mit Pledl und Ersatzkapitän Philipp Klingmann kamen die Kurpfälzer immer wieder zum Flanken, die Hereingaben verpassten allerdings Andrew Wooten und Lucas Höler. Der SV blieb gefährlich, aber auch zu ungenau: Erneut Höler (45. nach Pass von Denis Linsmayer)  und Tim Kister nach einer Pledl-Ecke (45.+1) konnten den Ball aber nicht im Gästetor unterbringen. So war es ein Abnutzungskampf auf gutem Zweitliganiveau bis zur Pause. (mb/wg)

Auch nach der Halbzeit änderte sich wenig, nur die Qualität der Torchancen nahm zu: Kuhn zögerte nach feinem Zusammenspiel mit Höler etwas zu lange mit dem Abschluss und wurde geblockt. Kurz darauf hatte er Pech als sein Freistoß an die Latte klatschte (61.), Linsmayer im Anschluss seinen Kopfball nicht aufs Tor brachte. Zwei Minuten später Konfusion im Kickers-Strafraum: Damian Roßbachs Kopfball nach einer Ecke wurde geblockt, Kister traf aus spitzen Winkel nur den Pfosten, der Abpraller landete bei Linsmayer, der aus elf Metern abzog und erneut geblockt wurde. Zum guter Letzt jagte Klingmann den Ball aus 18 Metern übers Tor. „Wir haben uns viele Torchancen heraus gespielt, aber leider nicht genutzt“, brachte es Trainer Kocak in der Pressekonferenz auf den Punkt.

Aber Würzburg verteidigte nicht nur, sondern initiierte über den fleißigen Nejmeddin Daghfous auch Torchancen. Und bekam für die Schlussphase noch einmal Oberwasser, nachdem es Kister nur mit einem Foulspiel gelang einen Würzburger Konter zu unterbinden. Aber auf SV-Keeper Marco Knaller war Verlass, als er kurz vor Schluss einen strammen Schuss des eingewechselten Rico Benatelli parieren konnte. So gelang keiner der beiden Mannschaften mehr der Lucky Punch.

„Ich bin mit unserem Auftreten heute zufrieden. Nicht viele Mannschaften haben es geschafft, sich so viele Torchancen gegen Würzburg herauszuspielen wie wir heute. Aber es gibt Tage da will der Ball nicht reingehen. Auch wenn es schwer fällt, müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein“, sagte SV-Trainer Kocak.