SV Waldhof Mannheim: Der Tag danach – „Buwe“ geben Zurückhaltung im Kampf um den Aufstieg auf

Nach zwölf Spielen ohne Niederlage glaubt der SV Waldhof Mannheim immer fester daran, den Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga schaffen zu können – auch wenn es gegen Kaiserslautern nur zu einem 1:1 reichte. Die Fan-Krawalle im Hochrisiko-Spiel hielten sich in Grenzen. Trotz einiger Festnahmen und dem Abbrennen von Pyromaterial auf den Tribünen konzentrierten sich die Beteiligiten nach dem emotional aufgeladenen Südwest-Derby auf das Sportliche.

Zwar verpasste es der SV Waldhof Mannheim beim 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern, in der Spitzengruppe der 3. Fußball-Liga ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen, dennoch bekommen die Kurpfälzer mehr und mehr Lust, in den Kampf um den Aufstieg einzugreifen. „Es ist schade, dass wir die Lücke zu unseren Verfolgern nicht noch etwas größer machen konnten“, sagte Kevin Conrad nach dem Remis vor 23 157 Zuschauern im ausverkauften Carl-Benz-Stadion. Der Kapitän der Waldhöfer unterstrich mit seiner Aussage, dass die Mannheimer nach schon zwölf Spielen ohne Niederlage die Chance erkannt haben, den Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga zu schaffen. Immer stärker bröckelt die verbale Zurückhaltung beim Neuling, der bis vor wenigen Wochen noch gebetsmühlenartig wiederholte, dass der Klassenverbleib das einzige Ziel sei. Stattdessen werden die Spieler im Formulieren neuer Ziele mit jeder Woche mutiger.

Das Duell mit dem abstiegsgefährdeten FCK, der weiter auf den ersten Sieg in diesem Jahr wartet, verdeutlichte noch einmal die große Moral der Waldhöfer. Zum vierten Mal nacheinander gerieten sie mit 0:1 in Rückstand, verloren aber keines dieser Spiele. Diesmal sorgte Marco Schuster in der 87. Minute mit seinem Tor dafür, dass der SVW zumindest einen Punkt holte. Hendrick Zuck hatte Kaiserslautern in Führung geschossen (73.), ehe Mannheim in der Schlussphase vehement auf den Ausgleich drängte. „Der Glaube bei uns ist immer da, ein Spiel noch zu drehen“, sagte Trainer Bernhard Trares. Lange taten sich seine Schützlinge aber schwer, Chancen gegen die tief stehenden Gäste herauszuspielen.

Schon vor zwei Wochen gegen Carl Zeiss Jena (1:1) war das so. Die Gegner reagieren auf die kombinationsstarken Mannheimer, indem sie defensiver auftreten. „Das ist ein Verdienst, wie wir bisher gespielt haben“, sagte Schuster. Es liege an der Mannschaft, demnächst bessere Lösungen zu finden.
Im Umfeld des Spiels gab es neun Festnahmen, nachdem Fans beider Clubs weit nach Spielschluss das Spielfeld betreten hatten. Vor beiden Halbzeiten brannten beide Seiten Pyromaterial ab, sodass auf
den SVW und den FCK Geldstrafen zukommen werden. Etwa 1000 Polizeibeamte waren im Einsatz, schwerere Ausschreitungen blieben aus. (mho/dpa)