SVW: Bescheidene Töne, großes Selbstvertrauen

Profifußball kannten die Fans in Mannheim lange Jahre nur aus dem Fernsehen. Seit einer halben Saison ist der Traditionsverein zurück, hat sich in der 3. Liga verdient auf Rang drei gespielt und kann mit einem Durchmarsch spekulieren. Die Meinungen dazu gehen auseinander. Mit viel Selbstvertrauen, ohne markige Sprüche, aber mit einem verstohlenen Blick an die Spitze startet der SV Waldhof Mannheim in die zweite Saisonphase in der 3. Fußball-Liga. Der Aufsteiger rangiert nach einer starken Vorrunde auf dem dritten Tabellenplatz, weist Ambitionen auf einen Durchmarsch in die 2. Liga vor dem Auswärtsspiel am Samstag (14.00 Uhr) beim SV Meppen aber offiziell von sich.

Erfolgsfaktor Selbstvertrauen

Dabei gibt es Argumente, die dafürsprechen, dass die Mannheimer mindestens in der Spitzengruppe der Liga bleiben. Eines davon: Die Profis mögen und glauben an den Erfolg. Außenbahnspieler Maurice Deville spricht also nur aus, was innerhalb des Klubs einige denken: „Wir sind jetzt da oben, das fühlt sich richtig gut an und deshalb will ich da auch bleiben.“ 16 Jahre lang dümpelten die Mannheimer in den Niederungen der vierten oder fünften Liga umher. Auch deshalb gibt es von Verantwortungsträgern auch weiterhin nur vorsichtige Aussagen wie die von Trainer Bernhard Trares: „Für uns geht es darum, den Profifußball in Mannheim zu erhalten. Deshalb wollen wir möglichst frühzeitig den Ligaverbleib perfekt machen.“

Erfolgsfaktor Trainer

Dieser Plan ging in der ersten Saisonhälfte gut auf, denn mit 33 Zählern haben die Waldhöfer eifrig Punkte gesammelt – und darüber hinaus fußballerisch überzeugt. Weil sich die Mannheimer den überwiegenden Teil ihrer Erfolge verdient haben, ist nicht davon auszugehen, dass sie nach der kurzen Winterpause einen Einbruch erleiden. Seit dem Amtsantritt von Trares im Januar 2018 hat der 54-Jährige das Team kontinuierlich weiterentwickelt. Einen weiteren Fortschritt erhofft er sich in den kommenden Monaten. „Wir wollen unser Positionsspiel verbessern und effektiver werden“, sagt er.

Erfolgsfaktor Personalstand

Dabei soll Valmir Sulejmani ein wichtiger Faktor sein. Denn der beste Torschütze in der Aufstiegssaison, der in der 3. Liga bis zu seiner Verletzung in sieben Partien vier Mal und im DFB Pokal gegen Eintracht Frankfurt doppelt traf, kehrt nach einem Riss des Syndesmosebandes ins Team zurück. Beim abschließenden Testspiel am vergangenen Samstag gegen den Regionalligisten FSV Mainz 05 II 5:2 spielte er. Neben dem Deutsch-Kosovaren sollen auch Mohamed Gouaida und Raffel Korte, die in der Hinserie verletzungsbedingt kaum zum Einsatz kamen, den Kader als gefühlte Neuzugänge voranbringen. Dennoch wollen die Mannheimer auf dem Transfermarkt aktiv werden, um den Kader noch besser zu machen. Wahrscheinlich muss Trares aber bis Ende Januar warten, ehe er die erhoffte Verstärkung erhält. „Spieler, die wir im Auge haben, sind halt auch bei anderen Clubs begehrt“, sagte er zuletzt der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Der Neue soll im Vorgriff auf die kommende Spielzeit verpflichtet werden, aber sofort helfen. Womöglich spielt er dann 2020/2021 schon 2. Bundesliga. (lsw/mj/wg)