[VIDEO] Mannheim: Ursache für Brandkatastrophe geklärt

Die Ursache des Feuers in Mannheim, das in der Nacht zum Donnerstag drei Kinder das Leben kostete, ist geklärt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Erklärung mitteilen, löste ein unsachgemäß verlegtes Kabel die Katastrophe aus.

Video aus RNF Life vom 28.02.2014

 

Dazu auch ein Hintergrundartikel der Kollegen der Deutschen Presse-Agentur:

Das Mannheimer Brandunglück geht wohl auf einen Fehler in der Stromversorgung zurück. Für Probleme mit der Elektroinstallation war das Haus bekannt. Experten sagen: Strom wird als Gefahrenquelle oft nicht ernst genommen.

Mannheim (dpa/lsw) – Elektroinstallationen in Privatwohnungen werden nach Einschätzung von Experten zu selten überprüft. Nach dem Brand mit drei toten Kindern in Mannheim warnt der baden-württembergische Fachverband Elektro- und Informationstechnik vor unfachmännisch verlegten Stromkabeln und -leitungen. Die Bürger unterschätzten Strom als Gefahrenquelle, sagte Beraterin Petra Schulze am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. „Eine elektrische Leitung, die überlastet ist, wird sehr heiß, und dann kann es zum Brand kommen.“

Nach Einschätzung der Polizei ist ein unsachgemäß verlegtes Stromkabel Ursache für das Feuer in einem Mehrfamilienhaus in der Mannheimer Innenstadt. In der Nacht zu Donnerstag waren dabei zwei Jungen und ein Mädchen zwischen zwei und sieben Jahren gestorben. Die 22-jährige Mutter war erst vor wenigen Monaten von Bulgarien nach Deutschland gekommen.

Elektroinstallationen in Privatwohnungen müssten spätestens bei einem Mieterwechsel überprüft werden, fordert der Fachverband. „Primär sollte hier der Gesetzgeber etwas unternehmen.“ Aber auch die Vermieter und die Mieter dürften nicht sorglos mit der Gefahrenquelle Strom umgehen. Gerade bei älteren Häusern werde oft nicht genau genug hingeschaut. Der Vermieterverband widerspricht: Häufig wüssten Vermieter nicht, was Mieter in ihrer Wohnung installierten, sagte Geschäftsführer Erwin Meier. „Der Vermieter ist nicht verpflichtet, alle zwei Wochen bei seinem Objekt vorbeizufahren.“

Das Mannheimer Haus im Besitz privater Eigentümer ist der Stadt schon länger bekannt: Es gab dort bereits zuvor Beanstandungen wegen fehlerhafter Elektroinstallationen. Zum Beispiel zweigten Bewohner Strom von einem Stockwerk ins andere ab. Entlang der Fassade führen mehrere Kabel zu einer Satellitenschüssel. Nach Angaben der Stadt gab es in dem Haus in letzter Zeit mehrere Kontrollen.

Die Eigentümer mussten danach Auflagen erfüllen: Sie sollten unzulässige Elektroinstallationen beseitigen und eine ordnungsgemäße Stromversorgung gewährleisten. „Für die Vermieter ist es oft eine schwierige Situation“, sagte der Fachbereichsleiter Baurecht und Denkmalschutz, Josef Krah. Oft gebe es bei den betroffenen Häusern einen regen Zuzug und Wegzug. Viele Neuzuwanderer wüssten nicht, dass sie Hilfe von deutschen Behörden bekommen könnten, wenn sie nicht genug Geld für Strom hätten. Manche besorgten ihn sich dann auf anderem Wege. „Es ist keine Frage der Kontrolle, sondern eine Frage der Information.“