Waghäusel/Nordbaden: Opfer vor Güterzug gestoßen – Prozessbeginn

Weil er einen Mann vor einen in den Bahnhof einfahrenden Güterzug auf die Gleise gestoßen haben soll, muss sich ein 26-Jähriger Angeklagter seit heute vor Gericht verantworten. Der Mordversuch ereignete sich im Sommer letzten Jahres im nordbadischen Waghäusel. Der Staatsanwalt sprach bei Prozessbeginn von einem Vernichtungswillen bei dem Angeklagten. Dieser habe einen schwer behinderten 54-Jährigen unvermittelt angegriffen, auf die Schienen gestoßen und daran gehindert, wieder auf den Bahnsteig zu klettern. Ein Güterzug passierte den Bahnhof mit Tempo 90. Das Opfer habe sich in eine Lücke gepresst und den Angaben zufolge dank seiner schmalen Statur überlebt. Der Mann erlitt unter anderem mehrere Brüche. Der drei Jahre jüngerer Bruder des Angeklagten ist wegen Beihilfe angeklagt. Beide wollten sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen äußern. Der Vorsitzende Richter sagte, womöglich sei der Täter nur vermindert schuldfähig, weil er an einer paranoiden Schizophrenie leide. (mho/dpa)