Walldorf: Astoria Walldorf nach bitterem Pokal-Aus „stolz auf die Truppe“

Wehmütig, aber alles andere als deprimiert trotteten die entzauberten Pokalhelden vom FC-Astoria Walldorf in die Kabine. Trainer Matthias Born tröstete seine Feierabendfußballer.  „Ich bin stolz auf die Truppe“, sagte der 44-Jährige nach dem unglücklichen Achtelfinal-Aus im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld. „Heute konnte ich nicht wirklich einen Klassenunterschied  feststellen. „Der Regionalligist hatte dem Zweitligisten am Dienstagabend ein 1:1 nach 90 Minuten abgerungen. Erst im Elfmeterschießen scheiterte der Außenseiter, der zuvor den VfL Bochum und SV Darmstadt 98 aus dem Wettbewerb geworfen hatte.   Bielefeld steht mit dem 5:4 im Strafstoßschießen nach zwei Jahren wieder im Viertelfinale. „Das war ein atemraubender Pokalabend, den wir uns anders vorgestellt hatten. Aber Walldorf hat uns alles abverlangt. Wir sind jetzt sehr, sehr glücklich“, sagte Trainer Jürgen Kramny nach dem Zittersieg. Erst in der 53. Minute war der Favorit durch Tom Schütz in Führung gegangen, Marcel Carl glich vor rund 4000 Zuschauern im ausverkauften Dietmar-Hopp-Sportpark für die Amateure mit einem kuriosen Kopfballtreffer aus (78.).
Stephan Salger verhinderte dann mit dem entscheidenden Treffer vom Punkt eine Blamage der Ostwestfalen. Zuvor hatte Torjäger Fabian Klos für die Gäste sowie Pascal Groß und Jonas Kiermeier für Astoria nicht getroffen. „Einen Klassenunterschied habe ich nicht gesehen – wenn, dann am Anfang, aber hinten raus waren wir besser“, meinte auch Walldorf-Kapitän Timo Kern. „Wenn man im Elfmeterschießen rausfliegt, kann man nur von Pech reden.“
Bielefeld stand zuletzt 2015 im Viertelfinale, besiegte damals Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen und schied im Halbfinale mit 0:4 gegen Wolfsburg aus. Für das Weiterkommen erhielt der Zweitligist knapp 1,3 Millionen Euro.
Schütz war mit seinen Bielefeldern im Glück. „Ich freue mich riesig. Es war das altbekannte Pokalspiel – wir hatten genug klare Chancen zum 2:0. Aber dann kriegen wir so ein ganz krummes Ding“, sagte der Torschütze zum 1:0. Die Arminia hätte schon zur Pause klar führen müssen – doch der glänzend aufgelegte Keeper Jürgen Rennar hielt Walldorf im Spiel. Nach dem Ausgleich durch Marcel Carl – Sohn des früheren Karlsruher Bundesliga-Stürmers Eberhard Carl – kam beim Pokalschreck wieder Hoffnung auf. Doch am Ende scheiterten sie an ihren Nerven.
Für die Walldorfer geht nun der Alltag mit dem ersten Regionalliga-Spiel des Jahres am 18. Februar in Saarbrücken weiter. „Wir nehmen sehr schöne Erfahrungen und Emotionen mit“, sagte Born. Für Sportchef Roland Dickgießer stand fest: „Wir erleben gerade unsere beste Saison.“
Im DFB-Pokal haben die Kurpfälzer über eine Millionen Euro an Prämien eingenommen. „Wir möchten nicht nur in Spieler investieren, sondern vor allem was Richtung Regeneration machen. Vielleicht ein Kraft- oder Gymnastikraum.“ Und für die Regionaliga lautet sein Wunsch: „Nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“(dpa)