Walldorf: Containeranlage statt Notunterkunft für Flüchtlinge

Pressemitteilung des Landratsamtes Rhein-Neckar-Kreis:
Die Aufgabe ist nach wie vor gewaltig. Etwa 7.100 Asylbewerber und Flüchtlinge hat der Rhein-Neckar-Kreis inzwischen vorläufig unterbringen müssen, über 2.100 in Notunterkünften, also in Sport- oder in der Mehrzahl Gewerbehallen. So auch in Walldorf, wo derzeit in einer Gewerbehalle in der Industriestraße 286 Menschen leben. Weitere 54 wohnen in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Albert-Einstein-Straße und 91 in Wohnungen in der Bahnhofstraße.
Da solche Notunterkünfte, auch nach Ansicht des Landratsamts, keine idealen Unterbringungsorte sind, arbeiten die Verantwortlichen der Kreisverwaltung daran, diese mittelfristig abzubauen. In Walldorf bietet sich nun eine Chance dazu, denn ein privater Investor hat dem Kreis eine in der Philipp-Reis-Straße zu errichtende Containeranlage als Gemeinschaftsunterkunft angeboten. „Hier könnten wir voraussichtlich 300 Personen für drei Jahre unterbringen, wenn das Baugenehmigungsverfahren abgewickelt und der Bau fertig gestellt sein wird“, erläutert der für die Flüchtlinge zuständige Ordnungsamtsleiter des Kreises, Stefan Becker. Das würde bedeuten, dass alle in der Industriestraße lebenden Asylbewerber und Flüchtlinge dann in der Philipp-Reis-Straße bessere Wohnmöglichkeiten finden können.
„Solche relativ schnell zu errichtenden Containerkomplexe ermöglichen es uns, den Schutz und Obdach Suchenden idealere Wohnbedingungen bieten zu können“, ergänzt Christoph Schauder, der Ordnungsdezernent des Kreises. Ob man in Zukunft ganz um Notunterkünfte herumkommen wird, vermag er nicht zu sagen. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man –  angesichts der Entwicklungen in Griechenland, der Türkei und Nordafrika – noch nicht von einer Entspannung sprechen. Daher heiße es weiterhin, „mit Pragmatismus zu handeln“, so Schauder, schnell über Unterbringungsmöglichkeiten zu entscheiden und als Teil des neuen Konzeptes, auf private Investorenlösungen zur Unterbringung zurückzugreifen oder durch den Eigenbetrieb Bau und Vermögen Rhein-Neckar-Kreis selbst auf von Kommunen oder von Privaten angebotenen Grundstücken zu bauen.
Bei einem Umzug der Flüchtlinge aus der Industriestraße in die neue Containeranlage könnte die bisherige Notunterkunft in eine reguläre Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umgebaut werden, die dann auch längerfristig nutzbar wäre. Bei Umsetzung dieser Planung würde die Containeranlage in der Philipp-Reis-Straße nach Ablauf der dreijährigen Nutzung wieder aufgegeben. Letztlich kann hierzu aber noch keine definitive Aussage getroffen werden, da noch keine abschließende Entscheidung im Hinblick auf eine Umnutzung der Unterkunft in der Industriestraße getroffen werden kann, erklärt Schauder. Auf jeden Fall dankbar sei er für das große ehrenamtliche Engagement des Walldorfer Arbeitskreises Asyl, der mit vielen Helferinnen und Helfern die in der Stadt lebenden Flüchtlinge unterstützt, sowie der Stadtverwaltung Walldorf für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.