Weinheim: Autorin Ingrid Noll kritisiert Konsum im Roman „Goldschatz“

Man nehme sechs Personen unterschiedlichen Geschlechts und Charakters, versetze sie in eine Wohngemeinschaft in
einem zugigen Bauernhaus und würze das ganze mit Goldtalern, Sex – und nur ein bisschen Crime. Erfolgsautorin Ingrid Noll wählt diese Zutaten für ein gesellschaftskritisches Experiment, das sie in ihrem neuesten Werk „Goldschatz“ durchspielt. Wie die Zutaten miteinander reagieren und ob es am Ende zu Explosionen kommt, beschreibt die
83-Jährige in gewohnt witzig-ironischem Ton. „Goldschatz“ ist Ingrid Nolls 15. Roman. Ihr Werk ist in 26 Sprachen
übersetzt worden. Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz hat sie nach Angaben ihres Zürcher Verlages Diogenes besonders viele Leser in Spanien, Russland und China. Ihr selbst ist der innere Schweinehund nicht fremd, der den Verzicht auf den kleinen Luxus so schwer macht: „Ich frage bei Neuanschaffungen halbherzig: Brauchen wir das überhaupt?“ Gebrauchte Kleidung und gelesene Bücher bringt sie dahin, wo sie noch Verwendung finden. Plastikmüll versucht sie, so gut es geht zu vermeiden. dpa/feh