[AKTUALISIERT] Weinheim: Freizeitbad „Miramar“ geräumt – Noch nicht identifizierter Stoff verletzt mehrere Badegäste

Update Montag 30.12.19 : Nach Angaben der Polizei muss noch ermittelt werden ob es einen Zusammenhang zwischen der festgestellten Chemikalie und den Atemwegsreizungen gibt.

Polizei und Feuerwehr haben am Sonntag Abend das Freizeitbad „Miramar“ in Weinheim geräumt. Etwa 1.400 Menschen mussten gegen 21 Uhr das Gebäude verlassen, nachdem ersten Ermittlungen zufolge mehrere Badegäste durch eine Chemikalie leicht verletzt worden waren. Die genaue Zahl steht noch nicht fest, die Polizei geht aber von mehr als zehn Menschen aus. Sie klagten über Haut- und Atemwegsreizungen, nachdem sie im Saunabereich ihre Badekleidung wieder angezogen hatten. Als Mitarbeiter gegen 19 Uhr die Vorfälle den Behörden meldeten, befanden sich etwa 4.500 Gäste in dem Bad. Ein 13-jähriges Mädchen und eine 32-jährige Frau wurden wegen Hautreizungen und Atemwegsbeschwerden in Krankenhäuser eingewiesen. Nach Mitteilung der Polizei vom Montag Morgen wurden 66 Personen vor Ort vom Rettungsdienst in Augenschein genommen. Wie viele von ihnen mit der Chemikalie in Berührung kamen, ist noch unklar. Über die Hintergründe des Vorfalls gibt es noch keine Informationen.

Angaben vom Sonntag Abend zufolge benetzte der Stoff die im Saunabereich abgelegte Badekleidung mehrerer Gäste. Als sie sich wieder anzogen, verletzten sie sich. Um welche Chemikalie es sich genau handelt, analysiert derzeit die Mannheimer Berufsfeuerwehr, die mit 40 Mann etwa vier Stunden im Einsatz war. Vermutlich handelt es sich um eine Flüssigkeit, wie sie in Reinigungs- und Desinfektionsmitteln eingesetzt wird. Noch ist offen, ob der Stoff vorsätzlich auf den Kleidungsstücken vergossen wurde oder ob es sich um einen Unfall handelt. Die Polizei sperrte den Saunabereich komplett ab und stellte die Kleidung sicher, um sie untersuchen zu können. Besucher berichten, dass einige Gäste für die Heimfahrt nur einen Bademantel, ihre Papiere und Schlüssel ausgehändigt bekamen. Die Räumung selbst verlief ruhig und geordnet. Eine Gefahr im Umfeld des Bades bestand zu keinem Zeitpunkt.

Das „Miramar“ teilte in der Nacht mit, die Betriebsleitung habe in der Nacht alle Anlagen in Augenschein genommen. Es sei keine Fehlfunktion festgestellt worden. Gäste, die das Bad verließen, wurden über mögliche Beschwerden befragt und gegebenenfalls dem Rettungsdienst übergeben. Die Geschäftsleitung bedankte sich bei den Helfern des Einsatzes: „An erster Stelle steht immer das Wohl der Gäste und deshalb ist es richtig, auch in Verdachtsfällen vorsorglich zu handeln, selbst falls sich hinterher herausstellt, dass es sich um einen Fehlalarm oder eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt. Das miramar bittet in dieser Hinsicht die Gäste um Verständnis“, sagt Geschäftsführer Marcus Steinhart in der Pressemitteilung des Unternehmen. Das Bad wird am heutigen Montag wie geplant öffnen.

Wir berichten am Montag in RNF LIFE über den Vorfall. (rk/wg/Fotos: Priebe/Stand: 30.12.19, 09.30 Uhr)