Wiesloch: Dreiste Liebes-Betrüger im Internet – Wieslocherin um 400 000 Euro erleichtert

„Love-Scamming“ – so bezeichnet die Polizei die Masche von Betrügern, die ihren Opfern im Internet die große Liebe vorgaukeln, um dann große Geldbeträge zu erbitten. Wie es heisst, merken die Opfer oft erst spät, dass sie es mit Betrügern zu tun haben. Diese
Erfahrung machte den Angaben zufolge jetzt auch eine Seniorin aus Wiesloch. Sie ging dabei nach derzeitigen Erkenntnissen nicht nur einem, sondern gleich mehreren Liebesbetrügern auf den Leim.

Über einen Zeitraum von rund zehn Jahren habe die Frau ersten Schätzungen zufolge bis zu 400.000 Euro an verschiedene Abnehmer überwiesen. Sie kamen nach den bisherigen Ermittlungen überwiegend aus dem afrikanischen, asiatischen oder südamerikanischen Raum.

Die Taten, sowie deren Tragweite wurden der Seniorin erst durch eine einfacheFahrzeugkontrolle am späten Donnerstagnachmittag in Wiesloch bewusst. Während des Kontrollgesprächs fiel den Beamten auf, dass die Seniorin einen größeren Geldbetrag und sogenannte „Stream-Karten“ (Guthaben-Karten für Onlinedienste) bei sich hatte. Wie die Beamten weiter erfuhren, hätte die Frau aktuell Kontakt zu einem Dr. Filho, Arzt in Helsinki/Finnland, der für eine lebensrettende Nierenoperation, durchzuführen an ihrem in den USA wohnenden Lebensgefährten, 150.000.- Euro verlange. Für Medikamente wären vorab mehrere hundert Euro über sogenannte „Stream-Karten“ fällig. Das Betrugsdezernats der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat die weiteren Ermittlungen übernommen und warnt eindringlich vor „Liebesbetrügern“ im Internet.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Mannheim registrierten die Ermittler im Jahr 2020 insgesamt 66 Fälle (Mannheim: 14; Heidelberg: 8; Rhein-Neckar-Kreis: 44) wobei mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet wird. Der Gesamtschaden beläuft sich den Angaben zufolkge auf über 800.00 Euro. (mho)