Wiesloch: Überfall auf Eisdiele – mutmaßlicher Täter war Mechaniker bei der Polizei

Einer der mutmaßlichen Täter beim Überfall auf Gäste einer Eisdiele in Wiesloch ist Mechaniker bei der Polizei gewesen. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Bisher war nur bekannt, dass ein Tarifangestellter der Polizei verdächtigt wird, im September dieses Jahres an dem rassistischen Angriff auf vorwiegend türkischstämmige Gäste beteiligt gewesen zu sein. Dabei wurden fünf Menschen leicht verletzt. Der Tarifangestellte war mit sofortiger Wirkung freigestellt und von sämtlichen Aufgaben entbunden worden. Überdies erhielt er Hausverbot. „Sollten sich im Zuge des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens die Anschuldigungen gegen den 30-Jährigen erhärten, muss er mit der Entlassung aus seinem Angestelltenverhältnis rechnen“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage der SPD. Die des Landfriedensbruchs, der gefährlichen Körperverletzung, der Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie der Sachbeschädigung verdächtigten Männer sind demnach nicht geständig.  Der für die Anfrage zuständige Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete Boris Weirauch würdigte die Antwort des Ministeriums. Dass kein beschleunigtes Verfahren gewählt wurde, zeige, wie ernst die Behörden den den Fall nähmen. Der Verzicht darauf verdeutliche, dass aus deren Sicht der Tatvorwurf Straftaten berühre, die mit Haft über ein Jahr geahndet werden. „Ich finde diese Härte gut“, sagte der SPD-Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags.(dpa/lsw)