Wiesloch/Heidelberg: Fürniss vor Gericht

Er soll Freunde mit falschen Behauptungen um Geld angepumpt haben – ohne es zurückzahlen zu können: Der frühere Brandenburger Wirtschaftsminister und Ex-Oberbürgermeister von Wiesloch, Wolfgang Fürniß (CDU), steht von Mittwoch an vor dem Heidelberger Landgericht. Er muss sich wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 20 Fällen mit einem Gesamtschaden von rund einer halben Million Euro verantworten. Laut Staatsanwaltschaft gab Fürniß viel Geld aus – ohne entsprechende Einkünfte. Um den Jahreswechsel 2008/2009 sei er in finanzielle Bedrängnis geraten. Er habe sich daher entschlossen, seinen ebensunterhalt auf Dauer auf Kosten anderer zu finanzieren, heißt es von der Anklagebehörde. Zwischen 2009 und 2014 soll er vor allem in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) und Umgebung langjährige Freunde und Bekannte um
Geld gebeten haben, die er wegen seiner politischen Karriere kannte. Seine erfundene Geschichte: Er sei schwer krank und brauche die Mittel für lebensrettende Maßnahmen in den USA. Noch dazu soll er ihnen lukrative Investitionsmöglichkeiten vorgespielt haben – dabei soll es etwa um Schiffe in Afrika und Energieprojekte gegangen sein. In Sorge um Fürniß hätten ihm einige Menschen stattliche Beträge geliehen. Das Geld soll er wieder für private Zwecke ausgegeben haben. RNF wird über den Prozess am Heidelberger Landgericht ausführlich berichten. (mho)