Worms: AfD-Mahnwache und Gegen-Demo verlaufen ruhig

Wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau in Worms (wir berichteten) sind sowohl Anhänger der AfD als auch Angehörige des linken Spektrums in der Stadt in Rheinland-Pfalz auf die Straße gegangen. Der rheinland-pfälzische AfD-Fraktionsvorsitzende Uwe Junge kritisierte am Dienstag bei einer Mahnwache, dass der mutmaßliche Täter – ein abgelehnter Asylbewerber aus Tunesien – nicht abgeschoben wurde. Gegen die Mahnwache demonstrierte ein „Bündnis gegen Naziaufmärsche Worms“. Die AfD wolle den Tod der Frau für politische Zwecke instrumentalisieren, heißt es vonseiten der Gruppe, die nach Polizeiangaben im Antifa-Spektrum verankert ist. Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) sagte am Abend: „Von der Veranstaltung soll das Zeichen ausgehen, dass in Worms kein Platz ist für Rechtsextremisten und Rechtspopulisten.“
Die Polizei sprach von einem ruhigen Verlauf. An der Mahnwache hätten etwa 160 Menschen teilgenommen, an der Gegenveranstaltung rund 100. Außer den Kundgebungen gab es ein stilles Gedenken im Wormser Dom. Die 21 Jahre alte Frau war vergangene Woche in ihrem Elternhaus in Worms erstochen worden. Der mutmaßliche Täter meldete sich danach bei der Polizei. Das Motiv des 22-Jährigen ist nicht bekannt. Die Behörden sprechen von einer Beziehungstat. Was allerdings der konkrete Auslöser der Tat war, sei derzeit nicht zu erkennen.
Ein 2017 in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Karlsruhe gestellter Asylantrag des Mannes war abgelehnt worden, er erhielt aber eine Duldung. Nachdem die Ausländerbehörde entschied, ihn abzuschieben, wurde nach ihm gefahndet – der Mann war untergetaucht. Ein Haftbefehl lag wenige Tage vor der Tat vor. Der mutmaßliche Täter war der Polizei wegen Körperverletzungen und Drogendelikten schon länger bekannt. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte mitgeteilt, dass der 22-Jährige auch mehrere falsche Identitäten benutzt hat. Mehr zum Thema morgen in RNF Life. (dpa/wg)