Worms: Bürger werden bei Flüchtlingsfragen einbezogen

Die Bewohner von Worms sollen künftig bei Fragen zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen mitreden. Zwanzig ausgewählte Bürger können ab April an einem Runden Tisch teilnehmen.
Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) sagte am Dienstag, er erhoffe sich davon viele Impulse. Der Moderator des Forums, Politikprofessor Karl-Rudolf Korte von der Uni Duisburg-Essen, versprach, dass die Ergebnisse im Stadtrat beraten würden.
Die Stadt Worms beherbergt zurzeit 350 Flüchtlinge, 300 weitere werden laut OB Kissel in diesem Jahr erwartet. Für die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften sollen in Kürze weitere 2,7 Millionen Euro bereitgestellt werden. „Die Stadt steht vor einer großen Herausforderung“, sagte Kissel. Die Belegung von Sporthallen oder Schulen mit Flüchtlingen sei übergangsweise nicht auszuschließen. Bei der Aufnahme der Flüchtlinge erfahre er viel Hilfsbereitschaft, aber auch Vorbehalte und Ängste.
Der „Runde Tisch“ soll insgesamt achtmal Argumente austauschen. Das erste Treffen ist für den 16. April geplant. Interessenten können sich per E-Mail bewerben. Politikwissenschaftler Korte sagte, er hoffe „auf die Macht der Sprache gegen ein Klima der Angst“. In Rheinland-Pfalz hat unter anderem auch der Landkreis Bernkastel-Wittlich einen ähnlichen Runden Tisch eingerichtet. (dpa/lrs)