Worms: Krippenspiel nach Verbot vom Weinhachtsmarkt verlegt

Nach einer juristischen Auseinandersetzung um ein umstrittenes Krippenspiel auf dem Wormser Weihnachtsmarkt ist es an einem anderen Ort aufgeführt worden. Es habe nun nicht vor, sondern gegenüber der Krippe auf dem Weihnachtsmarkt stattgefunden, berichtete die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Das Krippenspiel sei am Dienstag zwischen 15 und 16 Uhr viermal im Viertelstundentakt aufgeführt worden. Damit sollte auf die Lage von Flüchtlingen aufmerksam gemacht werden.
Das politische Krippenspiel war vor kurzem verboten worden. Ein Eilantrag, mit dem das von der Stadt untersagte Spiel durchgesetzt
werden sollte, wurde abgewiesen. Einen entsprechenden Bericht des SWR bestätigte der Vizepräsident des Verwaltungsgerichts Mainz, Wilfried
Eckert, am Dienstag.

Nach seinen Angaben hatte der Chef des Wormser Kreisverbandes der Piraten beantragt, am Dienstagnachmittag vor der Weihnachtskrippe ein
Krippenspiel aufzuführen, um auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Nach Eckerts Angaben ging es bei der Aktion zuerst um die NPD im Wormser Stadtrat, dann sei man auf das Thema Flüchtlinge umgeschwenkt.
Die Stadt habe die Aktion mit dem Argument verboten, sie passe nicht auf den Weihnachtsmarkt. Die Menschen sollten diesen ungestört
besuchen können. Ersatzweise habe sie den Platz vor dem Rathaus angeboten. Daraufhin habe der Politiker den Eilantrag gestellt. Das Gericht bestätigte das Verbot mit dem Argument, der Markt mit der Krippe habe einen religiösen Bezug. Er solle von solchen Aktionen freigehalten werden. Zudem gehe es um die Grundrechte der Besucher.
Harald Storch vom evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau sagte, dass Flucht, Not und Obdachlosigkeit sowie Armut von vorneherein zu den
Grundthemen der Texte rund um Weihnachten gehörten.(dpa/lrs)