ZEW-Chef Fuest: Tsipras wird Reformen nicht umsetzen können

Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, Clemens Fuest, glaubt nicht an die Umsetzung der geforderten Reformmaßnahmen in Griechenland. Das jetzt zur Debatte stehende Sparprogramm gehe weit über das hinaus, was die Griechen bei der Volksabstimmung Anfang Juli abgelehnt hätten, sagte Fuest in Mannheim. Premierminister Alexis Tsipras habe sicherlich die Absicht, sich an die Vereinbarungen zu halten. Dies könne ihm aber nicht gelingen, wenn die Bevölkerung dagegen sei. Der Eurogipfel in Brüssel hatte am Montagmorgen beschlossen, dass unter bestimmten Bedingungen Verhandlungen mit Griechenland über ein drittes Hilfspaket beginnen sollen. Eine davon ist, dass das Parlament in Athen eine Reihe von Reformen und Sparmaßnahmen billigt. Der jetzt gefundene Kompromiss berge Risiken für die gesamte Eurozone, warnte Fuest. Sollte Griechenland das Reformprogramm nicht umsetzen, werde der sich abzeichnende Konflikt zwischen dem Süden und dem Norden der Eurozone wieder aufbrechen. Die Schuld an einem
Scheitern in Griechenland werde dem Norden angelastet. Damit könnte das Hilfspaket zur Quelle wachsender Unstimmigkeiten in der Eurozone werden. dpa/feh