ZEW-Präsident: Nachgeben gegenüber Griechenland brandgefährlich

Wirtschaftsexperte Clemens Fuest hält ein weiteres Nachgeben der Euroländer gegenüber Griechenland für brandgefährlich.
„Wir zerstören die wirtschaftlichen Grundlagen der Eurozone, wenn wir den Griechen jetzt nachgeben“, sagte der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. In der Eurozone gebe es eine klare Regel: Hilfen
würden nur gegen Auflagen gewährt. „Das ist die Säule, auf der sich die Währungsunion noch hält.“ Doch diese Säule sei angreifbar, das habe die Entwicklung in Griechenland deutlich gezeigt. „Wir stehen an einer Wegscheide“, betonte der Wirtschaftsexperte. Wenn Europa Griechenland gegenüber keine Härte zeige, könne es zu einer Art Dominoeffekt kommen. So könnten sich die Bürger in Irland und Spanien fragen, warum sie sich anstrengen und ihre Haushalte sanieren mussten, aber die Griechen nicht. In Deutschland, Frankreich und anderen Ländern drohten antieuropäische Kräfte sehr schnell an
Einfluss zu gewinnen, wenn sich Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras durchsetzen würde. Damit würde die Axt an die Eurozone gelegt. Die Euroländer müssten jetzt ein klares Wort sprechen, forderte Fuest. Der griechischen Regierung müsse klargemacht werden, dass es kein Nachgeben mehr geben werde. Auch auf die Diskussion um einen Schuldenschnitt im Euro sollten sich die Euroländer nicht einlassen. dpa/feh